Bayerisch Gmain und Prien

Jüdische Kinderlager im
bayerischen Alpenvorland 1946-48

Kinder aus dem zentralen Auffanglager in Rosenheim fordern die frei Einreise nach Erez Israel (Foto: Beit Lochamei Hagetaot)
Kinder aus dem zentralen Auffanglager in Rosenheim fordern die frei Einreise nach Erez Israel (Foto: Beit Lochamei Hagetaot)

„Sie hatten nicht überlebt, sie existierten einfach länger als die Konzentrationslager,“ mit diesen Worten beschreibt der Historiker Lawrence Langer die allgemeine körperliche und mentale Verfassung der geretteten europäischen Juden. Unter den Überlebenden befanden sich auch Kinder und Jugendliche, die zum Teil schwer traumatisiert „Bayerisch Gmain und Prien“ weiterlesen

Displaced Persons (DP) Camps Gabersee und Attel

Autonome jüdische Zentren in Wasserburg am Inn

9783938286487
174 Seiten, 16 Abb. s/w
22 x 14 cm, Pb., 2016
ISBN 978-3-938286-48-7
ANTOGO Verlag

Die Geschichte der jüdischen DPs in Wasserburg ist bis heute kaum bekannt: Zwischen 1946 und 1950 wurde die kleine mittelalterliche Stadt zum Zufluchtsort für ein paar Tausend Überlebende der Shoa aus Polen, Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei. Das Kloster Attel und die ehemalige Heil- und Pflege-Anstalt Gabersee verwandelten sich für einige Jahre in jüdische Enklaven. „Displaced Persons (DP) Camps Gabersee und Attel“ weiterlesen

TV-Feature: In den Ruinen von Nürnberg

 Jüdische Waisenkinder als authentische „Filmstars“

Die Wagenkolonne mit den Kindern fährt über den Hauptmarkt, im Hintergrund die Frauenkirche. (Filmszene aus "The Search", © Praesens-Film, Zürich)
Die Wagenkolonne mit den Kindern fährt über den Hauptmarkt, im Hintergrund die Frauenkirche. (Filmszene aus „The Search“, © Praesens-Film, Zürich)

Kurz nach dem Krieg wurde die Trümmerlandschaft Nürnbergs Schauplatz für den semidokumentarischen Spielfilm „The Search“ (dt. Titel: Die Gezeichneten). In diesem Streifen thematisierte der aus Wien in die USA emigrierte österreichische Regisseur Fred Zinnemann anhand der Odyssee eines kleinen Jungen das schwere Schicksal der vielen Waisenkinder, deren Eltern den „TV-Feature: In den Ruinen von Nürnberg“ weiterlesen

Geraubte jüdische Bücher – Julius Streichers Bibliothek

Lesefibel von Ilse Wertheimer
Lesefibel von Ilse Wertheimer. Diese hebräische Lesefibel befand sich über 60 Jahre lang in der aus jüdischem Besitz zusammengeraubten „Stürmer“-Bibliothek. Ende 2002 wurde der Band restituiert. (Repro: nurinst-archiv)

Im Rahmen eines Forschungsprojektes recherchiert das Nürnberger Institut für NS-Forschung die Entstehungsgeschichte sowie den Verbleib der sogenannten Stürmer-Bibliothek, die der Herausgeber des antisemitischen Hetzblatts „Der Stürmer“, NSDAP-Gauleiter Julius Streicher, in ganz Europa vornehmlich aus jüdischem Besitz zusammengeraubt hatte. Bei Nachforschungen in diversen israelischen und amerikanischen Archiven konnten dabei unbekannte Dokumente der damaligen US-Besatzungsbehörden sowie jüdischer Interessenverbände eingesehen werden.

Nach der Niederschlagung des NS-Regimes entdeckten US-Soldaten im Redaktionsbüro „Geraubte jüdische Bücher – Julius Streichers Bibliothek“ weiterlesen

Internetlexikon: www.talmud-thora.de

Auf unserer Internetseite www.talmud-thora.de werden in lexikalischer Form die religiösen Einrichtungen sowohl nach Art als auch nach Ort verzeichnet.

„Der Kampf um die Seelen“
Die Aktivitäten der jüdischen Orthodoxie in den DP-Camps am Beispiel der Vaad Hatzala

Mitglieder der Jeschiwa „Beth Meir“ in Bamberg (Repro: nurinst-archiv)
Mitglieder der Jeschiwa „Beth Meir“ in Bamberg (Repro: nurinst-archiv)

Obwohl in nahezu allen Displaced Persons (DP)-Lagern die orthodoxen Juden eine Minderheit bildeten, entwickelte sich schnell ein ausgeprägtes religiöses Leben innerhalb der jüdischen Nachkriegsgesellschaft. Großen Anteil daran hatte der Vaad „Internetlexikon: www.talmud-thora.de“ weiterlesen

Nach der Shoa: Neue Heimat down under

AUS-Flagge
English

Die Emigration jüdischer
Displaced Persons nach
Australien 1946–51

Titelbild Neue Heimat Down Under
120 Seiten, 15 Abb. s/w
22,5 x 15 cm, Hardcover
incl. 1 DVD, 2014
ISBN 978-3-938286-43-2
ANTOGO Verlag

Nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus hatten sich für einige Jahre nahezu 200.000 Überlebende der Shoa in Deutschland aufgehalten, die in zahlreichen sogenannten Displaced Persons (DP) Camps auf ihre Ausreise nach Palästina/Israel oder in andere Emigrationsländer in Übersee warteten. Bis zum Ende des Jahres 1948 immigrierten über hunderttausend Juden in den neugegründeten Staat Israel – trotz des dort tobenden Krieges. Gleich nachdem David Ben Gurion die Unabhängigkeit verkündet hatte, musste sich „Nach der Shoa: Neue Heimat down under“ weiterlesen

Gesundheitsversorgung in den jüdischen DP-Camps

Plakat des DP-Medical-Department: Durch Gesundheit zur Alija.
Plakat des DP-Medical-Department: Durch Gesundheit zur Alija (Repro: nurinst-archiv)

Die Bedingungen in den Vernichtungs-, Konzentrations- und Arbeitslagern, in Ghettos, Verstecken und auf der Flucht hinterließen nach Kriegsende tausende jüdische Frauen, Männer und Kinder in geschwächtem, wenn nicht miserablem Gesundheitszustand. Die Überlebenden benötigten dringend ambulante und stationäre Behandlung. „Gesundheitsversorgung in den jüdischen DP-Camps“ weiterlesen

Internetlexikon in deutsch/englisch:
www.after-the-shoah.org

Jacob Hennenberg am Lenker des Traktors in Kibbuz Nili, Pleikershof (Repro: nurinst-archiv)

Unser Projekt „after-the-shoah.org“
ist eine Website, die, wie ein Lexikon, Informationen über alle DP-Camps und Communities in der US Zone nach 1945 sammelt. „Internetlexikon in deutsch/englisch:
www.after-the-shoah.org“
weiterlesen

Das Displaced Persons Lager Zeilsheim

Eine selbstverwaltete jüdische Enklave in Frankfurt a. M. 1945–48

9783938286425
141 Seiten, 29 Abb. s/w
22 x 14 cm, Pb.
incl. 1 DVD, 2011
ISBN 978-3-938286-42-5
ANTOGO Verlag

Nachdem die alliierten Armeen Deutschland im Mai 1945 vom Nationalsozialismus befreit hatten, lebten hier nur noch wenige jüdische Menschen. Für sie wurden im Sommer 1945 in den westlichen Besatzungszonen sogenannte Displaced Persons Camps aufgebaut (Einen Überblick über alle DP-Camps und Communities in der US-Zone gibt das Internetlexikon www.after-the-shoah.org). Durch den Zuzug tausender osteuropäischer Juden, die vor Pogromen in ihren „Das Displaced Persons Lager Zeilsheim“ weiterlesen

Jüdische Displaced Persons in Bayerisch-Schwaben 1945-50

Talmud-Thora-Schüler in Neu-Ulm
Talmud-Thora-Schüler in Neu-Ulm (Repro: nurinst-archiv)

In diesem bayerischen Regierungsbezirk befanden sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit drei jüdische Displaced Persons (DP) Camps, in Leipheim, Neu-Ulm und Lechfeld, sowie über zehn sogenannte Communities (DP-Gemeinden) etwa in Augsburg, Bad Wörishofen, Buchloe, „Jüdische Displaced Persons in Bayerisch-Schwaben 1945-50“ weiterlesen

Zur Entstehungsgeschichte der Bibliotheken in den jüdischen Displaced Persons (DP) Camps

Bibliothek
Holocaust-Überlebende in einer DP-Bibliothek (Foto: Yad Vashem)

„Nachdem ihre Bibliotheken zerstört, ihre Bücher verbrannt und ihre Schriftsteller vernichtet wurden, ist der Hunger nach Lesestoff unter den Bewohnern der DP-Camps gewaltig, sie lechzen förmlich nach Literatur.“ Mit diesen eindrücklichen Worten beschrieb ein Mitarbeiter der „Zur Entstehungsgeschichte der Bibliotheken in den jüdischen Displaced Persons (DP) Camps“ weiterlesen

Destination: Sydney

Im Mittelpunkt stehen Lena Goldstein und Yola Schneider. Die beiden gebürtigen Polinnen hatten mit viel Glück das Warschauer Ghetto überlebt, flüchteten 1946 vor pogromartigen Ausschreitungen aus ihrer Heimat ins Land der Täter. Sie verbrachten einige Zeit im DP-Camp Ansbach Bleidornkaserne, bis sie nach einer langen Odyssee 1949 endlich den Hafen von Sydney erreichten.

Geheime Militärausbildungscamps der Hagana in Bayern 1946-48

9783980663687g
182 Seiten, 32 Abb. s/w
22 x 14 cm, Pb., 2007
ISBN 978-3-9806636-8-7
ANTOGO Verlag

Mit den Offiziersschulen Hochland (Oberbayern) und Wildbad (Mittelfranken) unterhielt die Hagana, eine Vorläuferorganisation der israelischen Armee, zwei illegale Ausbildungseinrichtungen für jüdische Soldaten im Nachkriegsdeutschland. Nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus strandeten Zehntausende Juden, hauptsächlich aus Osteuropa, in der US-Besatzungszone. Da die damalige britische Mandatsmacht den Überlebenden des Holocaust die Immigration nach Palästina verwehrte, „Geheime Militärausbildungscamps der Hagana in Bayern 1946-48“ weiterlesen

Das vergessene jüdische Children Center von Rosenheim

3938286318g
40 Seiten, 14 Abb. s/w
22 x 14 cm, Pb., 2006
ISBN 978-3-938286-31-9
ANTOGO Verlag

In der unmittelbaren Nachkriegszeit warteten in Bayern Zehntausende von Juden, die den Holocaust überlebt hatten, auf ihre Auswanderung nach Palästina. Allein im Distrikt München (Oberbayern und Schwaben) registrierten die Behörden im Sommer 1946 rund 33.600 jüdische DPs (Displaced Persons), dt.: verschleppte entwurzelte Menschen, in 27 sogenannten Jewish Centers. Auch in Rosenheim befand sich eine solche Unterkunft. Dieses Camp unterschied sich aber von den anderen Lagern: Hier entstand im September 1946 ein Waisenhaus für jüdische „Das vergessene jüdische Children Center von Rosenheim“ weiterlesen

Jüdisches DP-Camp Giebelstadt

3938286032g
41 Seiten, 1 Abb. s/w
22 x 14 cm, Broschüre, 2005
ISBN 978-3-938286-03-6
ANTOGO Verlag

Ein im oberpfälzischen Vilseck bestehendes jüdisches DP-Camp sollte im Frühjahr 1948 geschlossen werden. Doch zum Stichtag 1. Januar 1948 lebten dort noch rund 1.700 Menschen, darunter ca. 600 Kinder. Da nicht alle DPs die Möglichkeit zur sofortigen Emigration hatten, wurde deshalb ab April 1948 mit der Umsiedlung der Bewohner ins unterfränkische Giebelstadt (bei Würzburg) begonnen. Hier war zwischenzeitlich ein neues DP-Camp für Holocaust-Überlebende entstanden. Weil sich zu diesem Zeitpunkt die „Jüdisches DP-Camp Giebelstadt“ weiterlesen

„Sie sind Bürger Israels“ – Die geheime Ausbildung von jüdischen Soldaten in Bayern

Ab 1946 führte die jüdische Untergrundorganisation Hagana – Vorläufer der späteren israelischen Armee – ein geheimes militärisches Ausbildungsprogramm durch, um Holocaust-Überlebende auf den bevorstehenden israelischen Unabhängigkeitskrieg vorzubereiten. Mit den illegalen Offiziersschulen im fränkischen Wildbad, nahe der Stadt Bad Windsheim, und dem Hochlandlager im oberbayerischen Königsdorf befanden sich zwei wichtige Einrichtungen in Bayern. In den beiden Camps wurden einige hundert Rekruten militärisch ausgebildet. Nach Abschluss der Kurse gaben die Männer und Frauen ihr Wissen weiter. Zumeist als Sportlehrer getarnt reisten die frischgebackenen Hagana-Offiziere durch die süddeutschen Displaced Persons Camps und brachten zahlreichen jungen Juden militärische Grundkenntnisse bei.

Die vergessenen Kinder von Strüth – Ein jüdisches Waisenhaus in Franken

Auf ihrer Reise nach Erez Israel strandeten im Frühjahr 1946 über 300 zumeist ungarische Waisenkinder in Franken. Die Jungen und Mädchen, die mit viel Glück den Holocaust überlebt hatten, fanden für knapp zwei Jahre Zuflucht in der ehemaligen Lungenheilanstalt Strüth bei Ansbach.

„Wartesaal“ zur Emigration – Juden in Georgensgmünd nach 1945

Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1938 lebten Juden in Georgensgmünd. Es ist nahezu unbekannt, dass es nach 1945 zu einer Wiedergeburt des jüdischen Lebens kam. Knapp vier Jahre war die fränkische Gemeinde Zufluchtsort für etwa 30 Überlebende aus den NS-Vernichtungslagern.

„Die Rächer“ – Jüdische Vergeltungsaktionen in Nürnberg

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges formierte sich eine Gruppe jüdischer Holocaust-Überlebender, um Vergeltung für das von den Deutschen begangene millionenfache Morden zu verüben. In Nürnberg und anderen deutschen Städten waren unterschiedliche Aktionen geplant: Von Massenvergiftungen bis hin zu Mordanschlägen auf verantwortliche hohe Nazis.

Der Kibbuz auf dem Streicher-Hof – Die letzten Landjuden in Franken

Im Herbst 1945 errichtete die amerikanische Militärregierung auf dem Landgut des ehemaligen NS-Gauleiters Julius Streicher ein Lager für Shoa-Überlebende. Rund drei Jahre wohnten und arbeiteten im Kibbuz Nili – wie die Bewohner ihr Zuhause nannten – bis zu 150 Juden, die sich hier auf ihre Zukunft in Israel vorbereiteten.