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Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben, XXI. Historische Tagung
13. und 14. November 2009, Schwabenakademie, Irsee

Schwerpunktthema: Jüdische Displaced Persons in Schwaben

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten konzipiert und bereitet die Heimatpflege des Bezirks Schwaben in Zusammenarbeit mit der Schwabenakademie Irsee die Tagungen zur "Geschichte der Juden in Schwaben" vor, die sich zu einem festen Bestandteil der Geschichtsforschung in der Region etablierte. Die XXI. Tagung widmete sich einem bislang unbekannten Kapitel der bayerisch-schwäbischen Nachkriegsgeschichte. Zwischen 1945 und 1950 lebten in dieser Region über 9.000 jüdische Diplaced Persons und warteten auf eine Ausreise nach Palästina/Israel oder Übersee. In den Camps Lechfeld, Leipheim und Neu-Ulm sowie rund zehn DP-Communities kam es zu einer Wiedergeburt des osteuropäischen Judentums. In den Lagern und Gemeinden entstanden eigene Schulen, Lehrwerkstätten, Sportvereine, Theater, Bibliotheken und eine jiddisch-sprachige Zeitung. In der kleinen Gemeinde Krumbach wurde sogar eine religiöse Hochschule (Jeschiwa) gegründet. 

Mitarbeiter des Nürnberger Instituts stellten erste Forschungsergebnisse zu diesem im öffentlichen Bewusstsein nicht verankerten Kapitel der schwäbischen Nachkriegsgeschichte vor und rekonstruierten die Lebenswirklichkeit der jüdischen Menschen in ihren "Wartesälen" zur Emigration.


letzte Änderung: 26.01.2010   webmaster: atg-design
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