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In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Jüdischer Studenten in Deutschland fand vom 28. Februar bis zum 2. März 2003 in Kochel am See ein Seminar zum Thema "Antisemitismus im Nachkriegsdeutschland" mit nachfolgenden Vorträgen und Arbeitsgruppen statt:
Zur Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland
Nach 1945 wurde Deutschland zum vorübergehenden Asyl für Hunderttausende Holocaust-
Überlebende. Mitten im Land der Täter warteten die - zumeist aus Osteuropa stammenden - Juden in sogenannten DP-Camps auf ihre Ausreise nach Palästina/Israel, die USA oder anderen Emigrationsländern. Dass es trotz des noch immer tief verwurzelten Antisemitismus kaum zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen der deutschen Bevölkerung und den jüdischen DPs kam, wäre ohne die Anwesenheit der Besatzungsmächte allerdings nicht gewährleistet gewesen.
Referent: Jim Tobias (Nürnberger Institut für NS-Forschung)
"Die Stunde Null?"
Viele Deutsche glauben, es hätte 1945 einen narbenlosen Neuanfang gegeben, eine "Stunde Null" oder dergleichen. Statt dessen wäre laut Umfragen der Amerikaner ein gemäßigter "Führer" mit absolute Mehrheit gewählt worden. So hielten 1946 etwa 40 Prozent der Deutschen den Nationalsozialismus "für eine gute Idee"; 1948 waren dies sogar 55 Prozent. Ähnliches berichtete auch der US-Offizier Saul Padover, der im Auftrag der Militärregierung 1945 die Deutschen befragte.
Referent: Peter Zinke (Nürnberger Institut für NS-Forschung)
Jüdischer Protest gegen Antisemitismus I
Am Beispiel des Leserbriefs von "Adolf Bleibtreu" in der Süddeutschen Zeitung. 1946 zog eine militante Demonstration von Jüdinnen und Juden wegen dieses antisemitischen Leserbriefs durch München; die Polizei war überfordert.
Referentin: Shila Khasani, (Bundesverband Jüdischer Studenten in Deutschland)
Jüdischer Protest gegen Antisemitismus II
Am Beispiel des Nazi-Regisseurs Veit Harlan und seiner Rolle nach 1945. Harlan war der einzige NS-Regisseur, der sich wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor Gericht verantworten musste. Dennoch wurde Filme von ihm gezeigt, gegen die sich vielfältiger Protest erhob.
Referent: Sascha Merberg, (Bundesverband Jüdischer Studenten in Deutschland)
letzte Änderung: 13.05.2009 webmaster: atg-design
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Jahrhunderts e.V.
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