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Leben an der Grenze - Siedler und Siedlungspolitik im Westjordanland und im Gazastreifen

Die Siedlungen als ein Haupthindernis für den Frieden

Nach Einschätzung von Peace Now, der stärksten Friedens- und Oppositionsbewegung in Israel, ist die staatliche Siedlungspolitik die Hauptursache für eine bislang gescheiterte Friedensregelung. Denn durch hunderte von Orten und Außenposten, die durch Straßen miteinander verbunden sind, die nur Israelis benutzen dürfen, ist das Westjordanland in viele kleine Parzellen zerteilt. Für die palästinensische Bevölkerung bedeutet dies neben einer Enteignung des Bodens auch erhebliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Denn die Siedlungen sind durch Militär gesichert, das mit einer Unzahl von Checkpoints den Verkehr kontrolliert und einschränkt. Und nicht zuletzt sind diese Verhältnisse eine wesentliche Legitimation für Selbstmordattentäter.

Dror Etkes ist hauptberuflicher Siedlungsbeobachter von Peace Now. Er dokumentiert die Entwicklung des Siedlungsbaus und überprüft staatliche Angaben zu angeblichen Räumungen von Außenposten.

Er wird beim Tagesseminar zunächst die Geschichte des Siedlungsbaus zusammenfassen und auf die Funktion der Siedlungen für die Besetzung des Westjordanlandes eingehen. Anschließend werden verschiedene Gruppen von Siedlern und Siedlerinnen, von ökologisch bis ultranationalistisch motiviert, vorgestellt. Und abschließend ist natürlich die aktuelle Situation Diskussionsthema, sprich der Mauerbau und der geplante einseitige Rückzug aus dem Gaza-Streifen.

Ziel des Seminars ist es, einen besseren Einblick in die komplizierten und oft ambivalenten Verhältnisse des Nahen Osten zu ermöglichen und politische Alternativen zur Regierungspolitik aufzuzeigen.

Tagesseminar am Samstag, dem 9. Oktober 2004 im Nürnberger Caritas Pirckheimer-Haus, Königstraße 62. Beginn 9 Uhr, Ende gegen 17 Uhr.

Veranstalter: Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts und die CPH-Jugendakademie

letzte Änderung: 04.09.2009  webmaster: atg-design
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