Gustav Schickedanz und der Nationalsozialismus – die andere "Quelle-Story"
1927 gründete Gustav Schickedanz den Versandhandel "Quelle" in Fürth, der sich bald als Goldgrube herausstellte. Deshalb expandierte das Unternehmen in den Dreißiger Jahren kräftig auch in andere Geschäftsbereiche. Nach der Befreiung durch die Alliierten wurde der größte Teil des Besitzes von Gustav Schickedanz eingefroren, da er aus arisiertem jüdischen Besitz stammte.
Dieses Kapitel der Firmengeschichte wurde in den bisherigen Darstellungen geflissentlich ausgeblendet; umso rührseliger fallen die Schilderungen des kargen Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg im
"Lädele" in Hersbruck aus.
Wir beschäftigen uns derzeit damit, wie der Quelle-Gründer und Fürther Ehrenbürger während des Nationalsozialismus in den Besitz einer Vielzahl von jüdischen Häusern und Fabriken gelangte und wieso er sie in den Folgejahren behalten konnte.
War Gustav Schickedanz eher ein Widerstandskämpfer, wie er sich selbst bezeichnete, ein Mitläufer, wie er nach 1945 offiziell eingestuft wurde oder ein "Günstling der Gauleitung", wie er Nazi-intern hieß? Die Ergebnisse dieser anderen "Quelle-Story" finden Sie in unserem Instituts-Jahrbuch nurinst
2008.
Bildunterschrift: Gustav und Grete Schickedanz
(1. und 2. v. l.) 1955 bei der Grundsteinlegung des neuen Versandhauses (Quelle:
Stadtarchiv Fürth)
letzte Änderung: 04.09.2009 webmaster:
atg-design
© Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20.
Jahrhunderts e.V.
|