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Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.

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Hakoah Wien: Der größte jüdische Sportverein der Welt

1909 wurde Hakoah (hebr.: Kraft) gegründet. Ein wichtiger Hintergrund hierfür war der grassierende Antisemitismus im damaligen Wien, wo 180.000 Juden lebten und mit Karl Lueger erstmals ein erklärter Antisemit zum Bürgermeister einer Großstadt gewählt wurde. Viele nichtjüdische Sportvereine weigerten sich damals, Juden aufzunehmen. Außerdem wurde die Aufforderung Max Nordaus auf dem ersten Zionistenkongress in Basel befolgt, die "einseitige geistige Ausbildung" zugunsten eines "Muskeljudentums" aufzugeben. Innerhalb weniger Jahre traten 3.000 Jüdinnen und Juden dem Verein bei und machten ihn zum größten jüdischen Sportverein der Welt.

Hakoah-Wasserballteam nach dem Städtekampf Wien gegen Preßburg (Juli 1930)Legendär war bei Hakoah bald sein Wasserball-Team, in der auch Friedrich Torberg aktiv war und dem er einen umfangreichen Roman widmete (Die Mannschaft). Doch auch die Fußballer spielten auf Spitzenniveau und wurden 1924/25 österreichischer Landesmeister. Sie besiegten auf einer USA-Tour in den zwanziger Jahren fast alle US-Profi-Teams.


Schwimmabteilung HakoahDie eigentliche Stärke der Hakoah aber war die Schwimmabteilung, die etliche Europarekorde errang. Ein weltweit beachtetes Zeichen gegen den Nationalsozialismus setzten 1936 drei Hakoah-Schwimmerinnen, die sich weigerten, bei den olympischen Spielen in Berlin an den Start zu gehen. Daraufhin wurden sie vom Österreichischen Schwimmverband ausgeschlossen und mussten ihre bislang erworbenen Titel und Medaillen zurückgeben.

Nach dem "Anschluss" Österreichs wurde Hakoah von den Nazis verboten und die Vereinsstätten beschlagnahmt. 1941 wurde der Name Hakoah in Wien offiziell ausradiert. Viele der Aktiven emigrierten nach Palästina, den USA oder Australien. Andere wurden in Konzentrationslager deportiert. Nach der Befreiung wurde noch 1945 von zurückkehrenden Emigranten und KZ-Überlebenden Hakoah wiedergegründet. Doch nun gab es in ganz Wien nur noch 6.000 überlebende oder zurückgekommene Juden. Trotz ungebrochenem Antisemitismus, der sich vor allem bei Fußballspielen entlud, wurden verschiedene Abteilungen wieder aufgebaut. Eine Restitution im Nachkriegs-Österreich ließ lange auf sich warten: Sie erfolgte erst vor wenigen Jahren und führte zum Neubau eines Hakoah-Zentrums.

Wir besuchten und befragten während der letzten Jahre zahlreiche Hakoahner in Wien, die den Holocaust überlebt haben sowie ehemalige Hakoah-Sportler, die nach Palästina ausgewandert waren, in Israel. Diese biografischen Skizzen der Zeitzeugen, illustriert mit historischen und aktuellen Fotos sowie den Aufsatz "Masel tow Hakoah Wien!" über die internationalen Erfolge des jüdischen Ausnahmevereins finden Sie rechts auf dieser Internetseite.

Im September 2009 ist bereits in der Zeitschrift Sportzeiten – Sport in Geschichte, Kultur und Gesellschaft 2 (2009) der Aufsatz "Wie die Fußballbegeisterung nach Amerika kam" veröffentlicht worden.

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letzte Änderung: 27.01.2010  webmaster: atg-design
© Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.

Masel tow Hakoah Wien!

Ein jüdischer Sportverein wird 100 Jahre alt

"Die Hakoah ist Meister", titelte das Wiener Illustrierte Sportblatt am 20. Juni 1925. "Die Hakoah hat damit ihren bespiellosen Aufstieg gekrönt." Der in Wien 1909 gegründete S. C. Hakoah trat noch im selben Jahr mit seiner Fußballsektion dem Österreichischen Fußball Verband bei. Schon in der Saison 1910/11 stürmte das jüdische Team, ohne eine einzige Partie zu verlieren, an die Tabellenspitze und schaffte binnen zwei Jahren den Aufstieg in die 2. Liga. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden viele Hakoah-Kicker ... [mehr]


Hakoah-Mannschaft 1928
© Hakoah Wien

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In den nächsten Monaten werden hier weitere biografische Skizzen von ehemaligen Hakoah- Sportlern aus Israel und Wien veröffentlicht:

Foto Elli Schmidt-Susz

Elli Schmidt-Susz

empfängt uns in einem ...
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Martin Vogel

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Norbert Lopper

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Traudl Fuchs

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Yoram Fried

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Erich und Kitty Sinai

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Hanni Lux (Deutsch)

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