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Geheime Militärausbildungscamps der Hagana in Bayern 1946-48

Collage Hagana-Camp und Kämpfer Mit den Offiziersschulen Hochland (Oberbayern) und Wildbad (Mittelfranken) unterhielt die Hagana, eine Vorläuferorganisation der israelischen Armee, zwei illegale Ausbildungseinrichtungen für jüdische Soldaten im Nachkriegsdeutschland.

Nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus strandeten Zehntausende Juden, hauptsächlich aus Osteuropa, in der US-Besatzungszone. Da die damalige britische Mandatsmacht den Überlebenden des Holocaust die Immigration nach Palästina verwehrte, mussten die Juden zumeist bis zur offiziellen Gründung Israels im Mai 1948 im Lande der Täter ausharren.

Um den Traum vom jüdischen Staat Wirklichkeit werden zu lassen, benötigte man allerdings Soldaten für den bevorstehenden Unabhängigkeitskrieg. Ab 1946 rekrutierte die zionistische Wehrorganisation Hagana die ersten jungen Männer und Frauen aus dem Heer der überlebenden Juden. Nach alliierten Besatzungsrecht waren solche Aktivitäten strengstens untersagt. Schon im Frühjahr 1946 beobachtete der US-Geheimdienst daher die militärischen Übungen und forderte die sofortige Einstellung der Aktivitäten. Offiziell konnten die amerikanischen Behörden natürlich nicht zustimmen; faktisch tolerierten sie aber die Rekrutenausbildung.

Zum Jahreswechsel 1947/48 verschärfte sich die politische Situation in Palästina immer mehr; die Konflikte mit der englischen Mandatsmacht und den Arabern nahmen zu. Überall wurden nun geheime Anwerbungszentren für jüdische Soldaten eingerichtet und alle Männer im Alter zwischen 17 und 35 Jahren aufgefordert, sich umgehend für den Wehrdienst zu verpflichten. "Ich möchte, dass sich die Juden melden. Sie sind praktisch Bürger Israels," appellierte der Kommandeur der europäischen Hagana Nachum Schadmi an die in Deutschland wartenden Holocaust-Überlebenden. 

Einige hundert jüdische Offiziere erlernten in den beiden Hagana-Camps Wildbad und Hochland das militärische Handwerkszeug und bildeten später Tausende von Rekruten aus.

Nach langen und schwierigen Recherchen gelang es, ehemalige Offiziere und Rekruten, die in Bayern militärisch trainiert wurden, in Israel ausfindig zu machen. Anhand der Erinnerungen von Zeitzeugen, sowie der Auswertung umfangreicher Dokumente in israelischen und amerikanischen Archiven, darunter US-Geheimdienstunterlagen, kann die nahezu unbekannte Geschichte der illegalen Ausbildung und Rekrutierung von Holocaust-Überlebenden erzählt werden. Das Projekt wurde freundlicherweise von der ERTOMIS-Stiftung, Wuppertal gefördert.

Das Buch "Sie sind Bürger Israels" ist im Dezember 2007 im ANTOGO Verlag erschienen. Die Drucklegung wurde durch die Bayerische Landesstiftung finanziell unterstützt. Eine TV-Dokumentation entstand in Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt Franken bereits im Juni 2003. 

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letzte Änderung: 14.02.08   webmaster: atg-design
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