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Die
Geschichte des Instituts
Seit Anfang Juni 2001 hat mit dem Nürnberger Institut für NS-Forschung und
jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts eine neu gegründete
Forschungseinrichtung ihre Arbeit aufgenommen. Initiatoren waren die beiden
Historiker und Journalisten Jim G. Tobias und Peter Zinke.
Ein Hauptziel des gemeinnützigen Instituts ist es, die kommenden zehn Jahre
zu nutzen, in denen Holocaust-Zeitzeugen noch aus erster Hand über Aspekte
der Shoa Auskunft geben können. Bei unseren Forschungsaufenthalten in
Israel, Deutschland und den USA sind uns in jüngster Zeit eine Fülle von
Materialien, Themen und Autobiografien zugetragen worden, die zumindest
hierzulande noch weitgehend unbekannt sind.
Hierfür stehen nachfolgende Beispiele:
Entnazifizierungsunterlagen aus fränkischen Gemeinden, die Schlaglichter
auf diesen unrühmlichen Abschnitt der deutscher Nachkriegsgeschichte
werfen.
Franken war bekannterweise bereits während der Weimarer Republik das
Zentrum des Antisemitismus. Dennoch ist dieses Phänomen bislang kaum
erforscht.
Die Lebensgeschichten von rund vierzig Nürnberger und Fürther Jüdinnen
und Juden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und nach Palästina
emigrierten.
Die Tagebuchaufzeichnungen über die Massenvernichtungsstätte Ponary bei
Wilna (Litauen) des polnischen Journalisten Kazimierz Sakowicz.
Das hierzulande unbekannte Kapitel der illegalen
Hagana-Militär-Ausbildungslager in Bayern in der Zeit zwischen 1946 und
1948.
Zum bisherigen Betätigungsfeld der beiden Institutsgründer:
Jim Tobias hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Filmen zum Thema
fränkisch-jüdischer Geschichte gemacht. Im
Nürnberger Videoarchiv der Erinnerungen
dokumentiert er Biografien Nürnberger Juden. Daneben hat Tobias
zu Themen wie Zwangsarbeit oder Arisierung publiziert. Im Sommer 2002 legte
er sein
Buch über jüdische Displaced Persons
in der Region Franken vor. Ende 2003 veröffentlichte Tobias zusammen mit
Rachel Margolis die Dokumentation Die
geheimen Notizen des K. Sakowicz.
Peter Zinke war zehn Jahre lang rundfunkjournalistisch tätig, hat in diesem
Zusammenhang Radioinitiativen mit gesellschaftlichen Randgruppen realisiert,
bundesweit Bildungsreisen nach Israel/Palästina durchgeführt und ist
Co-Autor des Buches Jüdischer Widerstand in Krakau, das 1999
erschien. Im November 2003 ist sein Buch Flucht nach
Palästina
- Lebenswege Nürnberger Juden veröffentlicht worden.
Im Oktober 2000 legten Tobias und Zinke das Buch: Nakam
- Jüdische Rache an NS-Tätern vor.
Im Dezember 2002 wurde das erste
Jahrbuch
des Instituts unter dem Reihentitel "nurinst"
herausgegeben, seitdem erscheinen jedes zweite Jahr (2004, 2006 ...)
Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte. Seit 2005 gibt es die Reihe Hefte zur
Regionalgeschichte, in der lokalgeschichtliche Themen publiziert
werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten Projekte
und Publikationen.
Die Arbeit des Instituts wird von einem Kuratorium begleitet. Dieses setzt
sich aus Nürnberger Juden und Jüdinnen zusammen, die emigrieren konnten
und heute in Israel sowie den USA leben. Außerdem sind in dem Gremium
jüdische Widerstandskämpfer und Holocaust-Überlebende aus Polen
vertreten.
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letzte Änderung:
15.09.08
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© Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20.
Jahrhunderts e.V.
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