Mediathek

Unsere Mediathek enthält frei verfügbare Dokumentationen aus den Kategorien NS-Verbrechen, jüdische Displaced Persons,  Nachkriegsgeschichte, Zeitzeugen, Emigration und Kultur. Dieses Angebot, ein historisches Archiv und eine aktuelle Quelle zugleich, wurde mit freundlicher Unterstützung der Medienwerkstatt Franken ermöglicht. Die Filmpräsentation eignet sich zum Einsatz in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Der hochauflösende Stream kann per Projektion (Beamer) gezeigt werden.

Leben nach Gottes Geboten – Jüdische Orthodoxie in Nürnberg

Seit mehr als zehn Jahren ist in der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage, wieder eine orthodoxe jüdische Gemeinschaft zu Hause: die Synagoge der Chabad-Bewegung. Für die Mitglieder gestaltet sich das Leben nicht immer einfach, mit den vielen Ge- und Verboten. Neben der strikten Befolgung der Gebote steht die leidenschaftliche Diskussion und Interpretation der biblischen und talmudischen Schriften im Mittelpunkt. Die Chassiden zeichnen sich durch eine besondere Kleiderordnung sowie Frömmigkeit aus und begehen ihre Gottesdienste und Feiertage mit fröhlichen Tänzen und Gesängen.

Eisemann und Einstein: die Macht der Mathematik

Kurt Eisemann wurde 1923 in Nürnberg geboren. Die Familie flüchtete nach der Machtergreifung zunächst nach Frankreich und später nach Palästina. Kurt verließ mit Anfang Zwanzig Palästina in Richtung USA. Albert Einstein wurde auf den mathematisch begabten und selbstbewussten jungen Mann aufmerksam und setzte sich für ihn ein, so dass er ohne formalen Hochschulabschluss studieren konnte. Kurt promovierte an der Harvard University. Später arbeitete er für internationale Computerfirmen und lehrte als Mathematik-Professor an verschiedenen Universitäten in den USA. Professor Dr. Kurt Eisemann unterrichtete bis 1992. Heute lebt er in San Diego, Kalifornien.

Eisemann & Einstein: The Power of Mathematics

Mit englischen Untertiteln / With englisch subtitles:

Destination: Sydney

Im Mittelpunkt stehen Lena Goldstein und Yola Schneider. Die beiden gebürtigen Polinnen hatten mit viel Glück das Warschauer Ghetto überlebt, flüchteten 1946 vor pogromartigen Ausschreitungen aus ihrer Heimat ins Land der Täter. Sie verbrachten einige Zeit im DP-Camp Ansbach Bleidornkaserne, bis sie nach einer langen Odyssee 1949 endlich den Hafen von Sydney erreichten.

Bechhofen, Bethaus und Big Apple – Die Wiedergeburt einer fränkischen Synagoge

In der Pogromnacht von 1938 steckten die Nationalsozialisten die weltbekannte Bechhofer Scheunensynagoge in Brand. Ein einzigartiges Zeugnis des fränkischen Landjudentums wurde für immer vernichtet. Bereits im Oktober 1938 waren die letzten Juden aus Bechhofen vertrieben worden. Einige konnten sich z. B. nach New York City in die Emigration retten: darunter Senta Baum, Jerry und Gunther Bechhofer. Anhand ihrer Erinnerungen und einer Rekonstruktion der Synagoge ist es möglich, das jüdische Gotteshaus nach der Zerstörung wieder entstehen zu lassen – zumindest virtuell.
Die gesamte Visualisierung der Scheunensynagoge sehen Sie hier.

Aus Nürnberg vertrieben – Jüdische Emigranten erinnern sich

Marianne Mohr, Jakob Goldberger, Alisa Kirby und Jacob Rosenthal, die vor über einem halben Jahrhundert aus Nürnberg nach Israel flüchten konnten, berichten über ihre Jugendzeit in der Stadt der Reichsparteitage. Sie stehen mit ihren persönlichen Schicksalen exemplarisch für die Menschen, die nur knapp der Vernichtung entkamen.

„An Streicher kann ich mich gut erinnern“

Weil sie Juden waren, wurden vor über einem halben Jahrhundert in Deutschland Menschen ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Von den rund 8.000 Nürnbergern jüdischen Glaubens konnte sich etwa die Hälfte in die Emigration retten. In der Dokumentation kommen vier dieser Zeitzeugen zu Wort. Sie berichten erstmals vor laufender Kamera über ihre Jugendzeit im Nürnberg der 1930er Jahre.

„Sie sind Bürger Israels“ – Die geheime Ausbildung von jüdischen Soldaten in Bayern

Ab 1946 führte die jüdische Untergrundorganisation Hagana – Vorläufer der späteren israelischen Armee – ein geheimes militärisches Ausbildungsprogramm durch, um Holocaust-Überlebende auf den bevorstehenden israelischen Unabhängigkeitskrieg vorzubereiten. Mit den illegalen Offiziersschulen im fränkischen Wildbad, nahe der Stadt Bad Windsheim, und dem Hochlandlager im oberbayerischen Königsdorf befanden sich zwei wichtige Einrichtungen in Bayern. In den beiden Camps wurden einige hundert Rekruten militärisch ausgebildet. Nach Abschluss der Kurse gaben die Männer und Frauen ihr Wissen weiter. Zumeist als Sportlehrer getarnt reisten die frischgebackenen Hagana-Offiziere durch die süddeutschen Displaced Persons Camps und brachten zahlreichen jungen Juden militärische Grundkenntnisse bei.

„Bücher kann man nicht befragen“

Weil er Jude war, musste Hans Rosenfeld 1937 seine fränkische Heimat verlassen. Nachdem Hans, der sich über Jahrzehnte weigerte auch nur ein Wort deutsch zu sprechen, nicht mehr im Berufsleben stand, besuchte er regelmäßig sein Geburtsland und referierte vor Schulklassen über die NS-Zeit. Hans Rosenfeld ermunterte die junge Generation, sich für Versöhnung und Freundschaft zwischen den Völkern einzusetzen. Da der Zeitzeuge seine Mission als persönlichen Beitrag für mehr Menschlichkeit ansah, verstand es sich von selbst, dass er alle seine Reisekosten selber trug. Hans Rosenfeld verstarb im Januar 2015 im Alter von 88 Jahren in New York City.

Die vergessenen Kinder von Strüth – Ein jüdisches Waisenhaus in Franken

Auf ihrer Reise nach Erez Israel strandeten im Frühjahr 1946 über 300 zumeist ungarische Waisenkinder in Franken. Die Jungen und Mädchen, die mit viel Glück den Holocaust überlebt hatten, fanden für knapp zwei Jahre Zuflucht in der ehemaligen Lungenheilanstalt Strüth bei Ansbach.

„Wartesaal“ zur Emigration – Juden in Georgensgmünd nach 1945

Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1938 lebten Juden in Georgensgmünd. Es ist nahezu unbekannt, dass es nach 1945 zu einer Wiedergeburt des jüdischen Lebens kam. Knapp vier Jahre war die fränkische Gemeinde Zufluchtsort für etwa 30 Überlebende aus den NS-Vernichtungslagern.

Von Deutschland wollten wir nichts mehr wissen – Ein Nürnberger Emigrantenschicksal

Anni Petschenik und Ernst Regensburger wurden in Nürnberg geboren; sie stammten aus christlich-jüdischen Elternhäusern und wurden als sogenannte Mischlinge von den Nazis verfolgt. Beide überlebten den Nazi–Terror. Kurz nach Kriegsende lernten Ernst und Anni sich
kennen und lieben und beschlossen Deutschland zu verlassen. Nach den schrecklichen Erfahrungen konnte Nürnberg nicht mehr ihre Heimat sein. Im September 1947 emigrierte das Paar in die Vereinigten Staaten.

„Die Rächer“ – Jüdische Vergeltungsaktionen in Nürnberg

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges formierte sich eine Gruppe jüdischer Holocaust-Überlebender, um Vergeltung für das von den Deutschen begangene millionenfache Morden zu verüben. In Nürnberg und anderen deutschen Städten waren unterschiedliche Aktionen geplant: Von Massenvergiftungen bis hin zu Mordanschlägen auf verantwortliche hohe Nazis.

„Am Schabbes hat der Schoufet frei“ – Schopfloch eine Sprachinsel in Franken

In der fränkischen Ortschaft Schopfloch existierte seit dem 16. Jahrhundert eine große jüdische Gemeinde. Daran erinnert noch heute eine Geheim- und Handelssprache, die mit vielen Wörtern aus dem Hebräischen gespickt ist – das Lachoudische. Bis in die NS-Zeit war dieses Idiom auch die Sprache der fränkischen Viehhändler und wurde von vielen Bewohnern des Ortes gesprochen.

„Wegbegleiter Israels“ – Der deutsch-jüdische Fotograf Werner Braun

Als Pressefotograf erlebte der gebürtige Nürnberger Werner Braun den israelischen Unabhängigkeitskrieg. Den Eichmann-Prozess dokumentierte er im Auftrag der israelischen Regierung. Porträts von Ben Gurion, Golda Meir, Moshe Dayan und vielen anderen Politikern finden sich in seinem Archiv, das etwa eine halbe Million Negative umfasst.

„Der Schwarze Mittwoch“ – Polizeikompanie Nürnberg vernichtet Kortelisy

Am Mittwoch, den 23. September 1942, zerstörten Angehörige der Polizeikompanie Nürnberg die ukrainische Gemeinde Kortelisy und ermordeten 2.875 Bewohner. Nur Wenige überlebten dieses Massaker. Die etwa hundert Mann starke Polizei-Truppe war in Brest-Litowsk stationiert und unterstand dem dortigen SS- und Polizeiführer.

Der Kibbuz auf dem Streicher-Hof – Die letzten Landjuden in Franken

Im Herbst 1945 errichtete die amerikanische Militärregierung auf dem Landgut des ehemaligen NS-Gauleiters Julius Streicher ein Lager für Shoa-Überlebende. Rund drei Jahre wohnten und arbeiteten im Kibbuz Nili – wie die Bewohner ihr Zuhause nannten – bis zu 150 Juden, die sich hier auf ihre Zukunft in Israel vorbereiteten.